Geschmacksbild
Der typische Geschmack von jungen Blaufränkisch Weinen wird von einer starken Brombeernote dominiert. Daneben entdeckt man Aromen von Kirschen, Schwarzbeeren, Weichseln, Dörrobst, Zwetschken und würzigen Anklängen, die an Kräuter und Minze erinnern. Mit zunehmendem Alter bleibt zwar Brombeere weiter im Vordergrund, aber die Aromen von Dörrobst, Rumtopf verstärken sich, ebenso wie der würzige Charakter (Walter Flak u.a. – Kostprofile von burgenländischen Rotweinen).
Untersuchungen des Bundesamtes für Weinbau in Eisenstadt ergaben, dass sich die unterschiedlichen Herkünfte von Blaufränkisch-Weinen des Burgenlands sehr wohl unterscheiden lassen. Zwar ist allen eine Brombeer- und Weichselaromatik eigen, doch in Weinen aus dem Neusiedlersee-Hügelland treten zudem stärker erdig-mineralische Nuancen auf. Von allen Gebieten ist die Brombeer-Aromatik im Mittelburgenland am stärksten ausgeprägt.
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass die Untersuchungen einen Zusammenhang zwischen Weinqualität und Brombeeraromen festgestellt haben. Je besser diese Brombeeraromen ausgeprägt sind, desto besser ist statisch gesehen die Qualität des Weines.
Blaufränkisch-Weine besitzen eine farbintensive, dunkle rubinrote Farbe.
Sonstige Inhaltsstoffe
Die positive Wirkung bestimmter Inhaltsstoffe im Wein mit einer antioxidativen Wirkung ist nach jahrelangen Forschungen hinlänglich bekannt. Vor allem in Hinblick auf Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs kommt diesen Stoffen Bedeutung zu. Es sind vor allem Polyphenole, die Blaufränkisch-Weine aus dem Blaufränkischland hervorheben. In mittelburgenländischen Blaufränkisch Weinen wurde der höchste Resveratrol-Gehalt im internationalen Vergleich gemessen (Jones 1996). Auch andere Polyphenole wie Tyrosol und Catechin sind in vergleichsweise hohen Konzentrationen in Weinen des Mittelburgenlands vertreten, wobei der Gehalt in Blaufränkisch höher ist als im Zweigelt. Also durchaus ein gesundheitlicher Aspekt, der für Blaufränkischweine aus dem Mittelburgenland spricht.
Quellenangaben:
- Flak W., Krizian R., Kutscher W.,Sturm P., Tscheir G. und Wallner E. 2006: Beitrag zur näheren Charakterisierung von Rotweinen aus dem Weinbaugebiet Mittelburgenland. Mittleilungen Klosterneuburg 56.
- Verband Blaufränkisch Mittelburgenland.
- Jones Frank: Mit Rotwein gegen Herzinfarkt – Egmont vgs-Verlagsgesellschaft 1996
- Österreich Wein Marketing
